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| Schattenreich |


 Ihre Schritte führten Sie auf verschlungene Pfade, immer tiefer sank das feurige Symbol des Tages, bis es schließlich hinter dem Blatterwerk des Waldes verschwand. Die Nacht brach herein und sofort strichen kühle Winde über die Haut der jungen Frau. Harmlose Brombeersträucher wurden zu Dornenbewehrten Schattengestalten, Eichen wuchsen zu bedrückender Größe an und das zarte Flüstern des Geästs klang verschworen und bedrohlich.


            Unbeirrt taten die Füße ihren Dienst und brachen viele Zweige in Folge, was neugieriges Geraschel im Dickicht beschwor. Ihr war es, als würden Heerscharen von Augenpaaren über ihren Körper blitzen, um sofort wieder im Dunkel der Nacht zu verschwinden. Eine rege Fantasie war oft hilfreich, hier jedoch eher bedrückend und Vermutlich konnte kein Wissen dieser Welt die Imagination des Menschen entkräften, nicht einmal jenes über die dunklen Künste. Jedoch … Abhilfe bezüglich des Lichtmangels konnte es wohl schaffen.


Gemurmelte Worte durchbrachen die Geräusche des Waldes, ihr Nachdruck stieg, bis klare, wenn auch seltsam anmutende Silben die Lippen der Frau verließen. Mit festem Griff umschloss das schwarz gekleidete Geschöpf ein wenig Erde und anstatt zwischen ihren Fingen zu zerrinnen, formte sie sich in magischer Manier.


Eine Schweißperle fiel aus dem Schatten der schweren Kapuze zu Boden, als sich die Form in ihrer Hand auflöste und als schwacher Lichtschein wiederkehrte, welcher sich kreisförmig um sie legte und fortan den Weg erhellte.


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Das Morgengrauen vertrieb Stück für Stück auch die letzten fehlgeleiteten Fantasien und tauchte die Gegend in ein kühles Grau. Nebel umschlang Wiesen und Täler und in ihrem Rücken auch den Waldrand.


Unermüdlich hatte sie den Weg fortgesetzt und drückte mittlerweile ihre Fußstapfen in den harten Boden frostgezeichneter Felder.


Die unklaren Umrisse schäbiger Bauten durchstießen die dichten Nebelbänke in der Ferne, ein Tag der Ruhe würde ihr wahrlich gut tun, jedenfalls wenn es die Dorfbewohner zulassen würden.




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